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Als
Hausbank bezeichnet man
die Bank, mit der ein Kunde einen größeren Teil seiner finanziellen
Transaktionen abwickelt. Eine enge Bindung an eine bestimmte
Hausbank weisen
in der Regel kleine und mittlere Unternehmen auf. Große Unternehmen wie
diejenigen, die dem DAX angehören, nutzen das "klassische"
Hausbank-Konzept
nur noch im Bereich des Cash Managements sowie beim Zahlungsverkehr. In
einer weiteren
Bedeutung wird unter Hausbank eine Sitzbank vor einem Haus
bezeichnet.
Kleinere Unternehmen BearbeitenEine längerfristige Zusammenarbeit
zwischen einer Bank und einem kleineren oder mittelständischen Unternehmen
führt in der Regel dazu, dass die Bank besser mit den Gegebenheiten dieses
Unternehmens vertraut ist, die Chancen und Risiken besser abschätzen kann
und daher gegebenenfalls eher zu einer Kreditvergabe bereit ist oder diese
zu besseren Konditionen anbieten kann als eine weniger mit dem Unternehmen
vertraute Bank aus Risikovorsorgegründen.
Darüber hinaus kann häufig eine bessere Beratung gewährleistet werden –
beispielsweise bei der Absicherung von Zinsänderungsrisiken. Aufgrund der
Abhängigkeit, die damit gegenüber einer spezifischen Bank oder sogar
gegenüber einem bestimmten Bankmitarbeiter entstehen kann, arbeiten auch
kleinere Unternehmen häufig mit mindestens einer weiteren Bank zusammen.
Größere Unternehmen BearbeitenBei börsenorientierten Unternehmen
besteht aufgrund der Transparenz des Kapitalmarktes bei Finanzierungsfragen
eine geringere Abhängigkeit gegenüber einzelnen Banken. In vielen großen
Unternehmen gehört es aber trotzdem zu den Grundprinzipien des
Finanzmanagements, Abhängigkeiten von einzelnen Banken weitestgehend zu
vermeiden, indem Geschäftsbeziehungen zu mehreren Banken unterhalten werden.
DAX-Unternehmen arbeiten häufig mit zwanzig bis dreißig Banken zusammen.
Sowohl das Cash Management als auch der Zahlungsverkehr eines Unternehmens
lassen sich allerdings nur dann rationell abwickeln, wenn es mit möglichst
wenigen Banken zusammenarbeitet.
Cash Management BearbeitenEin Unternehmen, das beispielsweise in
ganz Deutschland Niederlassungen mit eigenen Bankkonten unterhält,
vereinfacht sein Cash Management deutlich, wenn diese bei einer einzigen
Bank unterhalten und über ein Zerobalancing-Verfahren miteinander verbunden
sind. Damit wird gewährleistet, dass Liquidität täglich auf einem zentralen
Bankkonto konzentriert wird und das Finanzmanagement des Unternehmens
dadurch in die Lage versetzt, freie Liquidität entweder optimal am Geldmarkt
anzulegen oder kurzfristige Liquiditätsunterdeckungen durch Geldaufnahmen
auszugleichen. Dieses Verfahren ist auch bei Unternehmen üblich, die im
gesamten EUR-Raum tätig sind. Hier ist es deshalb wirtschaftlich sinnvoll,
mit nur einer oder zwei Banken zusammenzuarbeiten.
Zahlungsverkehr BearbeitenGleiches gilt für den Zahlungsverkehr.
Zahlungsdaten werden in der Regel durch Buchhaltungssysteme vorbereitet und
elektronisch an eine Bank zur Ausführung der Zahlungen übermittelt. Um die
Anzahl der Schnittstellen gering zu halten, wird in der Regel mit nur einer
Bank zusammengearbeitet. International tätige Unternehmen, die viele
Fremdwährungszahlungen zu leisten haben, übergeben ihre Zahlungsaufträge
häufig unabhängig von der zu zahlenden Währung an eine Bank. Sie überlassen
es der Bank, die Zahlungen von den Fremdwährungskonten des Unternehmens
auszuführen und den EUR-Gegenwert dem EUR-Konto des Unternehmens zu
belasten.
Wenn ein Unternehmen regelmäßig Zahlungen in Euro, US-Dollar und
Schweizer Franken zu leisten hat, dann könnte es den Zahlungsverkehr mit
einer US-amerikanischen, einer Schweizer und einer im Euro-Raum
angesiedelten Bank abwickeln. Dies würde aber bedeuten, dass es bei jedem
Zahlungslauf Daten an drei Banken übergeben und seine Buchhaltungssysteme
auf drei unterschiedliche Banksysteme abstimmen müsste. Für die meisten
Unternehmen ist es daher rationeller, dies über nur eine Bank abzuwickeln. |
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