: Gold - Krisensicheres
Investment oder selbst in der Krise?Gold als sicherer Hafen?
Gold beständiger als Geld? Gold in der Krise mit
neuen Rekordständen? Waren das nicht immer die Worte, die die
Medien in den letzten Wochen und Monaten immer wieder verkündet
haben?
Nun, bedenkt man, dass die Krise in den vergangenen Tagen immer
wieder neue Höhepunkte erreicht hat und die Situation von Tag zu
Tag prekärer wird, dann müsste man doch eigentlich davon
ausgehen, dass Gold mit über 1.000 Dollar pro Unze bewertet sein
sollte.
Tatsächlich befinden sich aber Gold, Silber, Palladium und Co.
seit Tagen im freien Fall. Ist es auch hier der deflationäre
Schock, der die Anleger massenweise und hysterieartig aus den
Edelmetallen flüchten lässt oder sind es tatsächlich die
Shortseller und die Notenbanken, die die Preise in den Keller
drücken?
Zum einen sollte man natürlich zunächst einmal auf das
natürliche Angebot und die Nachfrage achten, zum anderen aber
auch überlegen, inwiefern ein zu hoher Goldpreis den Glauben in
das Papiergeld endgültig zerstören könnte. Fakt ist, dass die
Schmuckhändler derzeit weniger Gold kaufen, da die reine
Schmucknachfrage in diesen Krisenzeiten und dem ja immer noch
sehr hohen Goldpreis über 730 Dollar je Unze deutlich nachlässt.
Den Autobauern, wo ebenfalls eine gewisse Menge an Edelmetallen
benötigt wird, brechen gerade die Aufträge weg. Wo teilweise
sogar die Produktion eingestellt wird und die Bänder stehen
bleiben, fehlt es also ebenfalls an Edelmetallnachfrage, was die
Preise weiter unter Druck geraten lassen könnte.
Hinzu kommt noch ein extrem fester Dollar, was dem Goldpreis in
der Regel noch nie zugute gekommen ist. Ob diese Faktoren aber
nun tatsächlich allein ausreichen, um den Goldpreis weiter in
den Keller zu drücken, scheint mit Hinblick auf die immer
größere Nachfrage bei den Goldhändlern doch eher zweifelhaft.
Bereits seit Wochen haben Goldhändler in ganz Deutschland
verkündet, dass die Nachfrage an Barren und Münzen so hoch ist,
dass man mit Lieferungen nicht mehr mit hinterherkommt.
Wartezeiten von bis zu acht Wochen sind derzeit keine
Seltenheit, wenn man Gold in physischer Form bestellen will.
Die Frage, die man sich nun stellen muss, ist, wer denn von
einem fallenden Goldpreis profitieren könnte. Da kommen
eigentlich nur die Notenbanken in Frage. Gold steht seit
Jahrzehnten für eine krisensichere Währung und genau jetzt, wo
die Krise am größten ist und es zuvor noch nie solch einen
globalen Finanzschock gegeben hat, müsste sich das Potenzial des
Goldes doch eigentlich am stärksten entfalten.
Doch genau in diesen Fall würden die Bürger nur die Bestätigung
schwarz auf weiß auf dem Tisch haben, dass es die wohl
schlimmste Krise aller Zeiten ist, wenn der Goldpreis auf neue
Rekordhochs explodieren würde.
Da kommt einem doch Vermutung nahe, dass die
Goldpreisentwicklung manipuliert wird, um den Anlegern und
Bürgern vorzugaukeln, dass das globale Finanzsystem weiterhin
intakt ist und es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich auch die
Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten wieder
beruhigen.
Auch die Idee, dass Gold in Unmengen leerverkauft wird, ist
immer wieder ein
Thema, wenn man die Befürworter des Goldes befragt, warum der
Preis derzeit im freien Fall ist. Demnach müsste es aber schon
im November zu einem enormen Short Squeeze kommen, wobei der
Goldpreis innerhalb weniger Tage einen extremen Anstieg
verzeichnen wird.
Ob und inwiefern diese Theorie in der Realität zu fundierten
Ergebnissen führen wird und die Gold-Short-Theorie damit
aufgehen würde, werden wir erst in den kommenden Wochen
erfahren. Nichtsdestotrotz scheint es doch ein wenig paradox,
dass Gold sich in diesen Krisenzeiten selbst in der Krise
befindet.
Wenn man nun noch bedenkt, dass durch die extreme
Geldmengenausweitung der letzten Jahre sogar eine der
schlimmsten Inflationen seit der 30er Jahren drohen könnte, wäre
man doch verrückt, sich genau jetzt von seinen Goldbeständen zu
trennen.
Kursdiamanten.de meint: Angesichts der Tatsache, dass es in den
letzten Tagen vermehrt zu Short-Aufrufen bei Gold gekommen ist
sowie der Tatsache, dass Gold bereits am Freitag wieder kräftig
anziehen konnte und deutlich oberhalb der 700 Dollar-Marke
geschlossen hat, spricht unserer Meinung nach einiges dafür,
dass sich nun eine deutlich Erholung einstellen könnte.
Bleiben Sie aber weiterhin wachsam, denn es könnte auch sehr
schnell weitere Kurseinbrüche geben, wenn die Rohstoffmärkte
weiterhin so verrückt spielen. Denken Sie bitte daran, dass die
Anlage in Goldwerte eine langfristige Investition ist und dass
man nicht jeden Tag auf den Goldpreis schauen sollte. Im Falle
einer Ausweitung der Krise werden Gold und Silber immer
Zahlungsmittel sein.
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