Folie à deux ...
... wortwörtlich übersetzt „gemeinsame psychotische Störung“,
bezeichnet die Übernahme einer Wahnsymptomatik durch einen emotional
nahestehenden (primär nicht kranken) Menschen (z. B. im Rahmen einer
Lebensgemeinschaft mit einem Wahnkranken).
Burnout-Syndrom ...
... ist eine anhaltende Stressreaktion bei starker beruflicher,
aber auch privater Belastung („Ausgebranntsein“, Erschöpfungssyndrom).
Symptome: Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, Nervosität, aggressive Impulse,
Konzentrationsprobleme, Appetitverlust, Schlafstörungen, Herzbeschwerden,
Kopfschmerzen.
Kachexie ...
... darunter versteht man eine krankhafte, sehr starke Abmagerung
(z. B. bei Essstörungen oder als Alterserscheinung – „senile Kachexie“).
Benzodiazepine ...
... gehören zu der am häufigsten verordneten Arzneimittelgruppe (z.
B. als Tranquilizer bei Angst- und Unruhezuständen) Sie wirken angst- und
krampflösend, muskelentspannend, beruhigend, leicht stimmungsaufhellend.
Demenz-Diagnose…
... Von einer Demenz spricht man, wenn die typische Symptomatik (Abnahme
des Gedächtnisses, des Denkvermögens, der Urteilsfähigkeit, des Ideenflusses,
der Informationsverarbeitung etc.) mindestens 6 Monate anhält.
Hauptrisikofaktor der Demenz ...
... ist das Lebensalter.
Tremor ...
... Zittern. Kann verursacht werden durch Medikamente oder durch eine
Erkrankung wie z. B. Alkoholismus oder Morbus Parkinson. Nicht jeder Tremor
ist krankhaft (physiologischer Tremor).
Familientherapie ...
... eine Form der Psychotherapie, bei der neben der Behandlung des
erkrankten Familienmitglieds die Familie als Ganzes in die Therapie
einbezogen wird.
PSI ...
... ist die Abkürzung für PsychoSoziale Information. Eine allgemeine
Informationsstelle der PSYCHOSOZIALEN DIENSTE IN WIEN, die bei
psychiatrischen Fragen und Probleme tele-fonisch weiterhilft (Tel.: 01/310
25 73).
EEG ...
... Elektroenzephalografie, eine Methode der medizinischen Diagnostik zur
Messung elektrischer Aktivität des Gehirns. Anwendung: zur Diagnose und
Verlaufskontrolle der Epilepsie, bei Stoffwechselstörungen, zur Bestimmung
der Koma- und Narkosetiefe, in der Schlafmedizin (z. B. im Schlaflabor).
Bisher erschienen (in alphabetischer Reihenfolge):
Affektive Psychosen ...
... äußern sich in zwei gegensätzlichen Erkrankungsformen – der
Manie und der Depression. Wenn sich die beiden Formen abwechseln, spricht
man von bipolarem Verlauf, wenn sie einzeln auftreten von einem monopolaren
Verlauf.
Affektarmut ...
... zeigt sich in der Verminderung von Gefühlsregungen. Die
Betroffenen verharren in bestimmten Stimmungen oder Affekten, unabhängig von
der äußeren Situation und wirken interesselos und emotional zurückhaltend.
Agoraphobie ...
... bedeutet umgangssprachlich „Platzangst“ und gehört zur großen
Gruppe der Angststörungen. Die Agoraphobie ist geprägt durch eine
unüberwindbare Furcht vor weiten, freien Plätzen, vor Menschenansammlungen
sowie vor Situationen, in denen man weit von zu Hause entfernt ist (z. B.
alleine auf Reisen). Die Angst kann so massiv sein, dass die Betroffenen die
Wohnung nicht mehr verlassen (bis zur vollständigen sozialen Isolierung) und
sie lässt nach, wenn sie sich beispielsweise in Begleitung einer
beschützenden Person wissen.
Akathisie ...
... ist das Unvermögen, längere Zeit ruhig sitzen zu bleiben. Der
Bewegungsdrang für die Betroffenen in den Extremitäten ist unstillbar und
quälend. Gehen schafft nur für kurze Zeit Beruhigung, häufige Folge ist dann
ein „Trippeln“. A. kann als Nebenwirkung bei der Gabe von Neuroleptika
auftreten oder eine Folge der Parkinson-Krankheit sein.
akute Suizidalität ...
... zählt zu den häufigsten Notfallsituationen in der Psychiatrie.
Alkoholrausch ...
... ist ein leichter Grad von Trunkenheit. Als erste Anzeichen
zeigen sich ein gesteigertes Leistungsgefühl bei tatsächlich verringertem
Leistungsvermögen, eine Verminderung der Selbstkritik,
Reaktionsverlangsamung sowie eine Minderung der Aufmerksamkeit und
Konzentration.
Alterspsychiatrie ...
... befasst sich mit psychischen Erkrankungen des höheren
Lebensalters. Darunter fallen beispielsweise hirnorganische Störungen (Demenz
und Delir), Depressionen, aber auch paranoide und Angststörungen.
Alzheimer-Krankheit ...
... ist mit 50 Prozent die häufigste Form der Demenzen, die mit Schwerpunkt
7. bis 9. Lebensjahrzehnt einsetzt. Der Krankheitsbeginn ist allmählich, d.
h. es kommt vorerst nur zu Gedächtnis- und Merkstörungen, der
Krankheitsverlauf schreitet aber voran. In einem späteren Krankheitsstadium
kommt es zu völliger Desorientiertheit. Zum Beispiel finden sich die
betroffenen Kranken in der eigenen Wohnung nicht mehr zurecht oder die
Angehörigen werden nicht mehr erkannt.
Ambivalenz ...
... ist das Erleben gegensätzlicher Gefühle, Vorstellungen, Wünsche
oder Absichten und führt zu einem angespannten Zustand bis zur
Handlungsunfähigkeit. Die Ambivalenz ist ein Symptom der Schizophrenie.
ambulante psychiatrische Pflege ...
... ist die Unterstützung von Menschen mit psychiatrischen
Erkrankungen bei der Gestaltung ihres täglichen Lebens (z. B. Hilfe beim
selbstständigen Umgang mit Medikamenten). Es handelt sich um ein
gemeindeorientiertes Versorgungsangebot und trägt wesentlich dazu bei, dass
psychisch kranke Menschen ein eigenständiges Leben in ihrem gewohnten
Lebenszusammenhang führen können.
Amnesie ...
... ist eine zeitlich begrenzte Gedächtnislücke (z. B. für den
Zeitraum nach dem schädigenden Ereignis).
Angsterkrankungen ...
... sind psychische Erkrankungen mit Angst als dominierendem
Symptom (z. B. Panikstörung, Sozialphobie, Tierphobie, Klaustrophobie,
Agoraphobie).
Angststörungen ...
... können nach verschiedenen Therapieverfahren behandelt werden:
Psychotherapie (psychoanalytische Methoden, Kognitive Therapie und
Verhaltenstherapie), Entspannungsverfahren wie das Autogene Training und
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson sowie Biofeedback-Methoden,
letztlich auch durch Medikamente (z. B. Antidepressiva).
Anorexia nervosa ...
... nennt man auch die Pubertätsmagersucht. Sie betrifft besonders
junge Mädchen und Frauen zwischen dem 10. und 25. Lebensjahr. Die Erkrankung
kann durch das zwanghafte Fasten lebensbedrohliche Ausmaße annehmen und
endet nicht selten tödlich. Die Behandlung ist sehr schwierig, da eine
Krankheitseinsicht fast immer fehlt.
Anpassungsstörungen ...
... sind Reaktionen auf einmalige oder fortbestehende belastende
Ereignisse (z. B. Trennungen, Scheidungen, Tod eines Partners, Flucht und
Emigration). Es kommt zu unterschiedlichen affektiven Symptomen (u. a.
Gefühl der Leere, Freudlosigkeit, Trauer, Angst, depressive Verstimmung)
sowie zu sozialer Beeinträchtigung. Die Erkrankung dauert meist nicht länger
als 6 Monate.
Antidepressiva ...
... sind eine Klasse von Medikamenten, die überwiegend bei kranken
Menschen mit Depressionen, aber auch bei Angst- und Zwangserkrankungen
Anwendung finden. Sie wirken in erster Linie stimmungsaufhellend. Nach ihrer
biochemischen Struktur sind die Hauptgruppen trizyklische Antidepressiva,
MAO-Hemmer und Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Als Nebenwirkungen können u.
a. Mundtrockenheit, Schwindel, Kopfschmerz, Müdigkeit und
Konzentrationsstörungen auftreten.
Antidepressiva ...
... entfalten ihre Wirkung erst nach zwei bis drei Wochen bei
kontinuierlicher Einnahme.
Anxiolytika ...
... sind Medikamente, die zur Therapie von Angststörungen
eingesetzt werden. Die Hauptgruppe der A. sind die Benzodiazepine, die vor
allem angst- und krampflösend, muskelentspannend, beruhigend und
schlaffördernd wirken.
Apathie ...
... ist gekennzeichnet durch einen Mangel an Energie und Antrieb,
Interesse- und Teilnahmslosigkeit und tritt bei manchen psychischen
Erkrankungen auf z. B. bei Autismus, Depressionen, bei fortgeschrittener
Demenz, auch bei Anorexia nervosa.
Autismus ...
... ist eine Kontaktstörung mit Rückzug in die eigene Vorstellungs-
und Gedankenwelt („Ich-Versunkenheit)“. Die betroffenen Kranken leben wie in
einer „Privatwelt“ und kapseln sich von der Realität ab. Extrem autistische
Kranke nehmen keinen Anteil mehr an ihrer Umgebung.
Belastungsstörungen ...
... treten als Erkrankung nach einmaliger, akuter Belastung auf
(zum Beispiel nach einer Operation oder nach Naturkatastrophen),
Anpassungsstörungen liegen dann vor, wenn eine länger dauernde
Extrembelastung oder entscheidende Lebensveränderung zur Erkrankung geführt
hat.
Bewusstsein ...
... ist die Gesamtheit aller psychischen Vorgänge, wie Gedanken,
Gefühle und Wahrnehmungen.
Cannabis ...
... ist der lateinische Name der Hanfpflanze und umfasst als
Sammelbegriff v. a. die illegalen Rauschmittel Marihuana und Haschisch.
Beide gelten als Einstiegsdrogen, auf die später der Konsum von harten
Drogen folgen kann.
Compliance ...
... (engl., „Einwilligung, Einhaltung“) Gemeint ist eine positive
Zusammenarbeit zwischen Betreuern und Patienten, wobei beide Partner das
Behandlungsvorgehen mitbestimmen können und sollen und auch weitgehend
gleichgestellt sind (z. B. gemeinsame Besprechung der Behandlungsschritte,
Einhaltung vereinbarter Kontakte ...). Für Widerstände des Patienten gegen
die Behandlung verwendet man dementsprechend das Wort „Noncompliance“.
Delire ...
... sind insbesondere gekennzeichnet durch eine Desorientierheit,
eine Verkennung der Umgebung, durch Halluzinationen sowie durch Unruhe bis
starker Erregung. Die häufigste Ursache des Delirs ist der Alkoholentzug bei
Alkoholismus („Alkoholentzugsdelir“ oder „Delirium tremens“).
Delirium tremens ...
... ist die häufigste Alkoholpsychose. Sie tritt nach mehrjährigem
Alkoholmissbrauch plötzlich auf und ist immer als lebensbedrohlicher Zustand
(z. B. durch Herz-Kreislaufversagen) zu werten.
Demenz ...
... ist ein Sammelbegriff für den Abbau intellektueller Funktionen
oder Leistungen.
Demenzursachen ...
... sind primär degenerative Erkrankungen (Demenz vom Alzheimer-Typ),
Störung der Hirndurchblutung, traumatische Hirnverletzungen, Infektionen,
Intoxikationen, Störung der Liquorzirkulation, Vitaminmangelzustände, Tumore.
Depressionen …
… gehören zu den sogenannten affektiven Störungen und zählen heute
zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.
DSM-IV ...
... ist die englische Kurzbezeichnung für „Diagnostisches und
Statistisches Handbuch psychischer Störungen“. Dieses Klassifikationssystem
dient zur Beschreibung psychischer Erkrankungen, u. a. von klinischen
Merkmalen, Krankheitsverläufen, Komplikationen. Der Zustand des Patienten
muss auf fünf Achsen beurteilt werden (Syndromdiagnose,
Persönlichkeitsstörung, körperliche Erkrankung, situativer Auslöser, soziale
Adaptation).
Empathie ...
... bedeutet emotionale Einfühlung in das Erleben des Klienten und
ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Psychotherapie. Der
Therapeut oder Berater versucht dabei, die Gefühle eines Klienten
nachzuvollziehen und mitzuerleben.
Exploration ...
... ist eine Methode in der psychologischen und medizinischen
Diagnostik, um die Beschwerden und persönlichen Probleme eines Menschen im
Gespräch zu erfassen. Die Fragen richten sich gezielt auf Symptome oder
Lebensumstände: z. B. Welchen Beruf üben Sie zur Zeit aus?
Forensische Psychiatrie ...
... ist gleichbedeutend mit gerichtlicher Psychiatrie und befasst
sich mit der Betreuung psychisch kranker Straftäter sowie mit rechtlichen
Fragen der Psychiatrie (u. a. mit der Testierfähigkeit).
Halluzinationen ...
... sind Wahrnehmungsstörungen auf einem bestimmten Sinnesgebiet,
ohne dass eine Reizgrundlage vorliegt. Menschen, die halluzinieren, sehen
Bilder (optische Halluzinationen) oder hören Stimmen (akustische
Halluzinationen), ohne dass diese wirklich vorhanden sind. Das funktioniert
auch mit den übrigen Sinnen, denn Halluzinationen kommen auf allen
Sinnesgebieten vor (spüren, riechen, schmecken). Man spricht dann eben von
taktilen, Geruchs- bzw. Geschmackshalluzinationen.
Halluzinogene ...
... sind natürlich gewonnene oder chemisch produzierte Substanzen,
die Halluzinationen auslösen können. Dazu zählen v. a. das LSD, Meskalin (eine
Pilzart), Psilocybin (eine Kaktuspflanze), Nachtschattengewächse (z. B.
Atropin der Tollkirsche), Inhaltsstoffe des Fliegenpilzes sowie einige
synthetisch gewonnene Amphetaminabkömmlinge. Sie sind in der Lage,
psychoseähnliche Zustände beim Menschen hervorzurufen.
Hausbesuche ...
... haben in erster Linie eine nachgehende, begleitende und betreuende
Funktion. Sie bedeuten für den Kranken eine äußerst wertvolle Hilfestellung
zu einer altersentsprechenden Lebens- und Haushaltsführung, die neben
therapeutischer Behandlung eine Reihe von täglichen Arbeiten wie Raumpflege
und hygienische Maßnahmen umfasst.
Herbst-Winter-Depressionen ...
... setzen typischerweise während der Herbst- und Wintertage ein, wenn die
Tage kürzer und das natürliche Tageslicht geringer werden. Je nach Schwere
der Erkrankung ist fachkundige Behandlung notwendig, vor allem dann, wenn
anhaltende Traurigkeit, massive Zukunftsängste und Zweifel am Weiterleben
vordergründig werden und damit die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigt
ist.
Höheres Lebensalter ...
... wird willkürlich ab dem 65. Lebensjahr definiert. Als „hochbetagt“
gelten in der Regel Menschen ab dem 85. Lebensjahr.
Hypnose ...
... ist ein durch Suggestion („Beeinflussung“) herbeigeführter
Trance-Zustand, wobei der Hypnotiseur dann mit weiteren Suggestionen
versucht, bestimmte Veränderungen bzw. Symptombeseitigungen vorzunehmen.
ICD-10 ...
... ist eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
herausgegebene Einteilung von Krankheiten, die international gültig ist. Die
Abkürzung ICD steht für die englische Bezeichnung „International
Classification of Diseases“ („Internationale Klassifikation der Krankheiten“)
und stellt eines der gebräuchlichsten Diagnosesysteme dar. Kapitel V (F)
enthält die Einteilung der psychischen Störungen. Derzeit ist die aktuelle
Version die ICD-10.
Inzidenz ...
... ist die Neuerkrankungsziffer innerhalb eines bestimmten
Zeitraums bei vorher an dieser Krankheit NICHT Erkrankten.
Kleptomanie ...
... ist das zwanghafte und damit krankhafte Stehlen von Dingen, die
häufig nur geringen Wert besitzen.
Komorbidität ...
... ist das Vorhandensein eines oder mehrerer Krankheitsbilder, die
zusätzlich zur Grunderkrankung vorliegen. Eine K. der Depression besteht z.
B. mit Angsterkrankungen, Schlaf- und Essstörungen.
Konversionsstörungen ...
... sind Ausfälle der Willkürmotorik, der Sensibilität und des
Bewusstseins, die nicht durch körperliche Erkrankungen verursacht werden,
sondern die auf psychische Konflikte und Belastungsfaktoren zurückgeführt
werden (z. B. psychogene, nicht-epileptische Anfälle).
körperliche Abhängigkeit ...
... ist gekennzeichnet durch Toleranzsteigerung verbunden mit
Dosissteigerung des Suchtmittels und Auftreten von Entzugserscheinungen.
Lithium ...
... wird in Form von Salzen (wie Lithiumcarbonat) zur Therapie bei
bipolaren Affektstörungen, Manie, Depression und bei Cluster-Kopfschmerz
eingesetzt.
Magersucht und Bulimie ...
Während bei der Magersucht (Anorexia nervosa) ein starker
Gewichtsverlust durch radikale Diät im Vordergrund steht, ist das
Hauptmerkmal der Bulimie (Ess-Brech-Sucht) das wiederholte Auftreten von
Essattacken mit anschließend selbst herbei geführtem Erbrechen.
Manie ...
... ist gekennzeichnet durch eine euphorisch-gehobene, ausgelassene,
aber auch gereizt und keinen Widerspruch duldende Grundstimmung.
Charakteristisch ist, dass die erkrankte Person über eine erhöhte
Leistungsfähigkeit und vermehrte Körperkräfte verfügt, kaum Schlaf benötigt,
sich anderen überlegen fühlt und ihre Fähigkeiten maßlos überschätzt.
Männer ...
... vertragen im übrigen deshalb mehr Alkohol, weil sie auch mehr
Alkoholdehydrogenase – ein alkoholabbauendes Enzym – produzieren.
Neologismen ...
... sind Wortneuschöpfungen, die in der Alltagssprache nicht
vorkommen. Meist werden sie aus Wortteilen zusammengefügt oder völlig neu
gebildet. Neologismen können im Traum auftreten, viel häufiger aber im
Rahmen von schizophrenen Erkrankungen. Die betroffene Person drückt damit ihre
Privatgedanken aus, teilweise kann man sie verstehen lernen (Beispiel: "Kritikalitäten").
Neuroleptika ...
... sind Medikamente, die in erster Linie zur Behandlung von
Psychosen (Schizophrenie, manische Erkrankung) eingesetzt werden. Sie werden
deshalb auch als Antipsychotika bezeichnet.
„niederschwellig“ …
… bezieht sich auf den Zugangsmodus zu psychiatrischen
Behandlungseinrichtungen. Den Hilfesuchenden soll es so einfach wie möglich
gemacht werden, Behandlung in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet im Einzelnen:
leichte Erreichbarkeit und Zugänglichkeit des Dienstes, geringe Wartezeiten,
kostenlose, auf Wunsch auch anonyme Behandlung.
Perseveration ...
... ist die krankhafte Wiederholung gleicher Denkinhalte und das
beharrliche Haftenbleiben an (vorherigen) Wörtern in einem unpassenden
Zusammenhang. Sie tritt meist auf bei der Alzheimer-Krankheit, bei Autismus,
Schizophrenie und hirnlokalen Psychosyndromen wie dem Korsakow-Syndrom und
gehört zu den formalen Denkstörungen.
Persönlichkeitsstörungen ...
...unterscheiden sich hinsichtlich der Suizidhäufigkeit erheblich.
Während bei Patient(inn)en mit Borderline-Erkrankung die Suizidrate bei fast
10 % liegt, beträgt sie z. B. für Menschen mit paranoider
Persönlichkeitsstörung weniger als 1 %.
Persönlichkeitsstörungen ...
... sind bestimmte Verhaltensmuster von bzw. Veränderungen im Wesen
eines Menschen, die im Lebensvollzug zu Beeinträchtigungen führen (persönlicher
Leidensdruck, Probleme im Sozialverhalten). Je nachdem, welches
Persönlichkeitsmerkmal eine Extremausprägung erfährt, unterscheidet man
verschiedene Formen (z. B. die paranoide, schizoide, emotional instabile,
ängstliche, histrionische oder zwanghafte). Die Krankheit beginnt bereits in
der Kindheit oder Pubertät. Als Ursachen werden genetische, hirnorganische
und entwicklungspsychologische Faktoren genannt. Sie sind prinzipiell
behandelbar.
Phobien ...
... sind durch eine objekt- oder situationsbezogene Angst
gekennzeichnet. Hierzu zählen u. a. die Agoraphobie („Platzangst“), die
sozialen Phobien (z. B. die Angst, vor anderen Leuten zu sprechen) und die
spezifischen Phobien (z. B. die Tierphobie, Höhenangst und Klaustrophobie).
Derartige Situationen können von den Betroffenen nur voller Angst ertragen
oder gänzlich gemieden werden. Die Angst kann von einem leichten
beklemmenden Gefühl bis zu panikartigen Zuständen reichen. Behandlung: in
erster Linie mittels Psychotherapie.
Poriomanie …
… (Fugue, Flucht) ist eine Impulsstörung, bei der es zu einem
dranghaften Weglaufen und ziellosem Umherwandern kommt. Als Symptom tritt es
unter anderem im Jugendalter auf, bei Wahnerkrankungen, schizophrenen
Erkrankungen sowie bei altersbedingten Demenzen.
Posttraumatische Belastungsstörung ...
... ist eine verzögert auftretende Reaktion auf ein belastendes
Ereignis (z. B. auf Gewaltandrohungen, Krieg, schwerwiegende Verluste), die
erhebliche Belastungssymptome hervorruft. Charakteristisch sind Alpträume,
Schlafstörungen und das immer wiederkehrende Nacherleben der
traumatisierenden Situation („Flashbacks“). Von einer PTBS spricht man ab
einer Dauer von einem Monat.
Prävalenz ...
... ist die Zahl der Kranken mit einer bestimmten Krankheit zu
einem bestimmten Zeitpunkt bzw. der Bestand einer Krankheit in einem
bestimmten Zeitraum.
Probanden ...
... werden Individuen genannt, mit denen eine Testung oder eine
Untersuchung durchgeführt wird.
Psychische Abhängigkeit ...
... ist definiert als unwiderstehliches Verlangen, eine bestimmte
Droge immer wieder einzunehmen. Für eine körperliche (physische)
Abhängigkeit ist das Auftreten einer Toleranzentwicklung (Dosissteigerung)
typisch sowie Entzugserscheinungen (Zittern, Frieren, Schwitzen, Übelkeit,
schneller Herzschlag, Schlafstörungen, aggressives Verhalten).
Psychische Störungen ...
... entwickeln sich relativ häufig. Laut Studien sind 31 % aller
Menschen einmal im Jahr davon betroffen, d. h. jede(r) Dritte im Alter von
18 bis 65. Für Gesamteuropa bedeutet das, dass 80 Millionen Menschen im Jahr
an einer psychischen Erkrankung leiden.
Psychopharmaka ...
... umfassen die folgenden Medikamentengruppen: Neuroleptika (gegen
Wahnideen, Halluzinationen, starke Angstzustände), Tranquilizer (Beruhigungsmittel),
Hypnotika (Schlafmittel), Antidepressiva (gegen Depressionen), Lithium,
Carbamazepin und Valproinsäure (z. B. zur Behandlung manischer Symptome).
reversible Demenzen …
… werden beispielsweise durch Alkohol- und Medikamentenvergiftungen,
Stoffwechselstörungen, aber auch durch Mangelernährung (z. B. Vitamin B12-Mangel)
oder Depressionen verursacht.
Schlafstörungen ...
... nehmen mit dem Lebensalter zu.
Schizoaffektive Erkrankung ...
... Bei der schizoaffektiven Erkrankung treten gleichzeitig oder
abwechselnd Symptome einer Depression bzw. Manie und einer Schizophrenie auf.
Schizophrenie ...
... gehört zu den eher seltenen psychischen Erkrankungen. Sie tritt
1 % weltweit auf.
Schlafprobleme ...
.... gehören zu den meistgenannten Beschwerden bei Arztbesuchen.
Die schlafgestörten Personen klagen am häufigsten über Einschlafstörungen,
gefolgt von Durchschlafstörungen und morgendlichem Früherwachen.
selbstschädigendes Verhalten ...
... kommt besonders häufig bei Borderline-Störung vor.
Soziotherapie ...
... ist jede Behandlung, die sich in erster Linie um die
zwischenmenschlichen Beziehungen und die Umgebung eines psychisch Kranken
bemüht.
spezifische Phobien ...
... zeigen als Hauptmerkmal eine deutliche Angst vor einem
bestimmten Objekt oder einer Situation (z. B. Tierphobien oder Höhenängste),
die meistens vermieden werden. Gleichzeitig weiß der Betroffene, dass die
Ängste übersteigert oder unvernünftig sind.
Sucht und Suchtverhalten ...
... sind nicht immer an chemische Suchtmittel gebunden. Es gibt
auch die so genannten stoffUNgebundenen Süchte oder Verhaltenssüchte.
Darunter fallen die Arbeits- und Kaufsucht, die Internetsucht, zwanghaftes
Glücksspiel oder krankhaftes Stehlen.
Suizidgedanken ...
... sind immer direkt und gezielt zu erfragen. Bereits das
Ansprechen der Suizidgefährdung führt zu merkbarer Entlastung beim Kranken.
Suizidhandlungen ...
... gehören zu den häufigsten und schwerwiegendsten psychiatrischen
Notfallsituationen.
Suizidrisiko ...
... ist erhöht, wenn bereits frühere Suizidversuche unternommen
oder angekündigt wurden.
Tageskliniken ...
... sind halbstationäre Einrichtungen, da sich die betroffenen
Kranken nur tagsüber dort aufhalten und betreut werden, während sie den Rest
des Tages, die Nacht und das Wochenende zu Hause verbringen. Die
Tageskliniken werden im allgemeinen durch einen Arzt geleitet. Der
Tagesablauf wird durch verschiedene therapeutische Programme strukturiert,
beispielsweise durch Beschäftigungs-, Arbeits- oder Psychotherapie. Somit
verbindet die Tagesklinik die Vorteile einer ambulanten Behandlung und einer
stationären Einrichtung. Die Tagesklinik soll die Patienten – eventuell nach
längeren Krankenhausaufenthalten – zurück ins Alltagsleben führen und sie
langsam wieder daran gewöhnen.
Toleranz ...
... in der Psychiatrie bedeutet eine veränderte Stoffwechsellage,
in die der Körper bei längerer Gewöhnung an ein Suchtmittel gerät und
schließlich zu körperlicher Abhängigkeit führt.
Toleranzentwicklung heißt ...
... dass der süchtige Mensch immer höhere Dosen des Mittels braucht,
um den gleichen Effekt zu erzielen (z. B. bei Alkohol). Man spricht auch von
Dosissteigerung.
Trichotillomanie ...
... ist der wiederholte Impuls, sich die Haare an verschiedenen
Körperstellen auszureißen. Meist daran zu erkennen, dass die Haare an
untypischer Stelle dünner werden oder gänzlich fehlen. Üblicherweise beginnt
diese Störung in der Kindheit.
Verdrängung ...
... ist in der Psychoanalyse ein Abwehrmechanismus und kommt bei
jedem Menschen vor. Es werden dabei tabuisierte oder bedrohliche
Triebwünsche (z. B. Aggressionen) aus dem Bewusstsein abgedrängt. Ziel ist
die Vermeidung von Angst und Unlust. Die Unbewusstmachung bedeutet aber
nicht Auslöschung, sondern das Verdrängte bleibt im Unbewussten
weiterbestehen.
Wahn ...
... ist eine Erkrankung, für die Ideen, Überzeugungen oder
Vorstellungen charakteristisch sind, die keine äußere Ursache haben und
keinen Realitätsbezug. Bei der Depression kann zum Beispiel ein
Verarmungswahn auftreten.
Wohnen bei psychischer Krankheit ...
... gilt als wesentliches Kriterium, wenn es um die Bewertung des
Behandlungsfortschrittes geht. Damit ein Patient außerhalb des stationären
Bereichs in einer eigenen Wohnung leben kann, wird vielfach nur durch
nachgehende Betreuung am Wohnort (Hausbesuche) ermöglicht. Das Ausmaß der
Unterstützung orientiert sich dabei jeweils an den Bedürfnissen des Kranken.
zu spät erkannt ...
Während des mittleren bis höheren Lebensalters sind
Gedächtnisschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsstörungen oftmalige
Erscheinungen des natürlichen Alterungsprozesses. Dies mag ein Mitgrund sein,
dass Demenzerkrankungen zu spät erkannt und die erstmalige medizinische
Abklärung viel zu spät erfolgt.
Zwangshandlungen ...
... sind immer wieder ausgeführte Tätigkeiten (z. B. Kontroll-handlungen,
die sich auf Elektrogeräte oder Türschlösser beziehen), die von den Betroffenen
als unsinnig und unnütz erlebt werden, die aber nur schwer unterdrückt
werden können.
Zwangsstörung ...
... ist eine Krankheit, bei der sich bestimmte Gedanken, Handlungen
oder Verhaltensweisen aufdrängen und immer wieder ausgeführt werden müssen,
obwohl sie der Betreffende als unsinnig und quälend empfindet.
Hauptsymptomatik sind Zwangsgedanken (z. B. bildhafte, ungewollte
Vorstellungen) und Zwangshandlungen (z. B. Zähl-, Putz- und Kontrollzwang).
Werden sie unterdrückt, verstärkt sich die Angst beim Kranken. Die
Behandlung erfolgt durch Verhaltenstherapie und durch antidepressive
Medikamente.
Zwangsstörungen beginnen meist in der Pubertät und im frühen
Erwachsenenalter. Ca. 95 % aller Zwänge zeigen sich erstmals vor dem 40.
Lebensjahr.



